Die Brücke, Begegnungshaus, Leipzig

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"Mama ich bete hier!" - Heilig Abend in St. Trinitatis

Weihnachten in Leipzig hat mittlerweile eine Tradition. Dazu gehört ein Familienfest für Menschen ohne Familie. Das heißt Menschen, die auf der Flucht sind, oder Menschen, die kein festes Zuhause haben, können in der St. Trinitatisgemeinde in Leipzig, einen Ort finden, wo sie zusammen sein dürfen; miteinander über die Geburt Christi staunen können; oder einfach, einen Ort haben, wo man nicht allein sein muss. Dieses Jahr war es wieder so. Nein, es war doch ein wenig anders, als sonst.

Denn zur Christvesper saßen 8, die die Kirche zuvor noch nie oder selten von innen gesehen hatten. Diejenigen waren keine Ausländer. Nein, richtige Deutscher folgen auch dem Ruf der persischen Weisen aus dem Morgenland und finden zur Krippe. So war es dann auch. Das Krippenspiel war besonders, weil es einfach war. Das Lukasevangelium wurde gelesen und während dessen kamen die Spieler nach vorn und stellten die Personen dar, die einst Maria und Josef, die Weisen, die Hirten und die Engel waren. Besonders witzig waren zwei Hirten, die gar nicht aufhören wollten, den Engel freundlich anzulächeln. Wenn es so in der Urgeschichte wäre, hätte der Engel bestimmt nicht „Fürchtet euch nicht!“ gerufen. Wahrscheinlich eher so etwas wie: „Hört auf zu lachen. Das hier ist kein Scherz!“ Besonders waren die netten Deutschen in den vorderen Reihen. Die sagten hin und wieder laut „Amen!“ und sogar noch an der richtigen Stelle.

Nach dem Gottesdienst gab es ein großes Fest um einen schwarzen afrikanischen Topf. Der Inhalt war natürlich ein persisches Essen. Beim Essen gab es ein Telefonat mit einem Jungen aus Volkmarsdorf. Am anderen Ende war seine Mutter. Das Gespräch ging etwa so: "Ja. Hallo Mama" ... "Ich bin in der Kirche" ... "Nein, nicht in der Kneipe ... in der Kirche!" ... "Nein, ich habe nicht gesoffen. Ich bin in der Kirche!" ... "Nein, ich habe kein Hasch geraucht ... Ich bin in der Kirche!" ... so ging das Gespräch hin und her, während die Mama überhaupt nicht glauben konnte, dass der Sohnemann in der Kirche war ... und dann passierte es. Es war zum Schießen witzig und auch schön ... Sohnemann schrie es so laut aus, dass alle hören konnte: "Mama ich bete hier!"

Und noch etwas Besonderes ist am Christabend passiert. Kurz vor der Christvesper in Leipzig gab es ein Bericht in der Leipziger Volks Zeitung (Ausgabe vom 20.12.2013) und auch in der Idea Zeitschrift(Ausgabe Nr. 50, 11. Dezember 2013 S.24&25)). Bei der Gelegenheit wurde Frau Batoul (oder Betty) mit ihrem 6 jährigen Sohn (Arschia) besonders erwähnt. Als Matthias Pankau (Idea Reporter) von dem Sohn wissen wollte, was er sich zu Weihnachten wünsche, sagte er spontan: "Ein Pferd!" Dieser Wunsch hat gleich zwei Menschen bewegt. Zum einen hat eine Frau, die unbekannt bleiben möchte, ein wunderschönes Plüschpferd für den Jungen eingepackt. Zum anderen hat ein Reiterverein nicht nur für diesen Jungen, sondern auch für 20 andere Kinder, einen kostenlosen Reitkurs für eine ganze Woche angeboten. Derselbe soll in Februar stattfinden. Das Projekt ist vom Staat gefördert und soll weitere gemeinsame Projekte mit Kindern und Jugendlichen aus sozialschwachen Verhältnissen zu Gute kommen. Das ist nun unser nächstes Projekt. Wieder werden Deutsche und Migranten beisammen sein und sich kennenlernen. So etwas ist in sich immer wieder schön.

Betet für uns, damit Gott uns auch in diesem Projekt besondere Überraschungen zeigt!

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