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Deutschlands vergessene Kinder

Arche-Gründer Bernd Siggelkow zum Vortrag in der St. Lukaskirche

Einen ganz besonderen Gast durften wir am Abend des 3. September in der Lukaskirche begrüßen: Pastor Bernd Siggelkow, den Gründer und Chef des christlichen Kinder- und Jugendhilfswerks „Die Arche e.V.“. Er hat dort zum Thema „Deutschlands vergessene Kinder“ referiert – ein Vortrag, der den Zuhörern noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

Sehr lebendig und durchzogen von Beispielen aus seiner praktischen Arbeit hat Pastor Siggelkow ein Thema angesprochen, das bei vielen Deutschen noch immer für unverständiges Achselzucken sorgt. Dass es in Deutschland Kinderarmut geben soll, können – oder wollen? – sie sich nicht vorstellen. Aber es gibt sie, und zwar zuhauf. Dass es dabei nicht immer, oder nicht ausschließlich, um materielle Armut geht, wurde sehr schnell klar. Wenn ein Kind seinen ganzen Schultag hungrig überstehen muss, ist das sehr schlimm. Aber fast noch schlimmer ist es, wenn die Ursache hierfür nicht eigentlich der Mangel an Lebensmitteln ist, sondern eine Vernachlässigung.

Bernd Siggelkows Geschichte besteht aus vielen kleinen, wirklich erlebten Geschichten. Er spricht nicht von Statistiken, sondern die Kinder in seinen Erzählungen haben alle Namen. Wir sehen sie vor uns, wenn er beschreibt, wie sie rotzig oder lammfromm, unglaublich aggressiv oder herzerfrischend ehrlich sind.

Immer wieder müssen wir vom Brückenteam dabei an unsere Kinder denken, die denen in der Arche so ähnlich zu sein scheinen. Eines von ihnen bringt einen lebendigen Beweis für die Notwendigkeit solcher Projekte, indem es den Vortrag bewusst stört, den Kasper geben will – und dabei doch nur auf sehr traurige Weise unterstreicht, was Pastor Siggelkows zentrale Botschaft ist: Kinder wollen gesehen und ernst genommen werden. Sie brauchen kein auf Raten gekauftes Smartphone, sondern Liebe.

Der Vortragende selbst bleibt angesichts der fleischgewordenen Provokation ganz cool – so wie er es auch blieb, als die Nazis in die Arche kamen, als er ein schwerverletztes Kind mitversorgen musste und als Mario Bart plötzlich 50.000 Euro für das Projekt spenden wollte.

Ich glaube, das ist es, was ich mir am meisten wünsche, für unsere Brücke auch zu haben. Nicht die finanziellen Mittel der Arche, nicht die vielen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter und nicht die öffentliche Präsenz: sondern diese Gabe, sich in die Herzen der trotzigsten Kinder hineinzulieben.

Mag sein, dass die Medien ihn für verrückt halten, die Atheisten für evangelikal und die Konservativen für einen sozialromantischen Spinner. Für uns ist er ein echtes Vorbild. Wir haben neuen Mut für unsere kleine Brücke geschöpft und gehen beschwingt nach Hause, mit dem guten Gefühl, vielleicht ja doch irgendwie irgendwann irgendwas im Leben dieser Kinder bewirken zu können. Danke, Papa Bernd.

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